Wyoming Roots in Salzsiederstadt

200 Euro und ein Koffer – das war alles, was Brian Gray dabei hatte, als er vor einem Jahr aus den USA nach Deutschland kam. Er ist Kopf der Newcomer-Band „Derailed“ aus Schwäbisch Hall.

Von Luca Schmidt und Johannes Ihle.

 

 

Gerade einmal ein Jahr kennen sich die Musiker der Band „Derailed“. Dass es die Band in der heutigen Besetzung überhaupt gibt, ist dem Zufall geschuldet. „Ich war damals im Club „Barfüßer“ hier in Schwäbisch Hall auf der Suche nach einer Band“, sagt der 37-jährige Brian Gray. Ein Barkeeper habe ihm dann gesagt: „Da drüben sitzt einer.“ So habe er den jetzt 19-jährigen Nick Marten kennengelernt. Sie seien ins Gespräch gekommen, über Tattoos und Musik. Gray ist Sänger, Songwriter und Gitarrist.

Brian Gray war eigentlich nur aus Wyoming (USA) gekommen, um hier Urlaub zu machen. „Ich hatte 200 Euro und einen Koffer dabei“, sagt Gray. Doch er blieb, arbeitet seitdem als Tätowierer in Hall. „Als mein Visum auslief, habe ich mir ein Neues ausstellen lassen. Schwäbisch Hall ist eine schöne Stadt.“ Gray war früher bereits mit Bands unterwegs, damals nach seinen Angaben als Vorband für die Metalbands Megadeath und Amon Amarth.

Was für eine Musik „Derailed“ macht, ist schwer zu sagen. „Es ist ein Mix aus Blues, Rock und Country“, sagt Gray. Das komme aber auch immer auf die Besetzung der Band an. Mal treten sie zu Viert auf, mal nur zu Dritt. „Derailed“ heißt auf Deutsch so viel wie entgleist. Kurz vor Gründung der Band habe es ein Zugunglück gegeben. Das ist aber nicht der einzige Grund für den Bandnamen. „Mit dem Wort assoziiert man auch Züge, was schon wieder ein bisschen an Country erinnert“, meint Gray.

Aber egal, wie sie auftreten: Die großen Bühnen Deutschlands reizen die Band. „Wir würden in einem Jahr gerne als Vorband in den großen Städten auftreten“, erklärt Gray die Ziele der Musiker. Aber es geht auch eine Nummer kleiner. „Ich kann es auch kaum erwarten, im Sommer hier auf den Straßen zu spielen“, sagt Gray. In Wyoming mache das keiner.

Allerdings: In Wyoming gebe es kaum Coverbands – im Gegensatz zu Deutschland. „Wenn man hier auf Konzerten ist, dann hört man manchmal den ganzen Abend keinen einzigen, eigenen Song einer Band“, sagt Gray. Das versteht weder er noch sein Bandkollege Nick Marten so richtig.

 

 

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